Überall liest man „Detoxen“. Ein Trend oder eine Notwendigkeit?

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Detoxen ist heute in aller Munde. Und da ich ein Verfechter der Natur und des natürlichen Lebens bin, frage ich mich schon, ob Detoxen überhaupt notwendig ist. Schafft es der Körper nicht, wie es von der Natur vorgesehen ist, sich selbst zu entgiften? Oder sieht die Natur das bewusste Entgiften des Menschen vor?

DIE 6 ZENTRALEN ENTGIFTUNGSORGANE

Wenn wir uns den Menschen genau anschauen, so hat er 6 zentrale Entgiftungsorgane: die Leber, die Haut, die Lunge, die Nieren, die Lymphe und den Darm. Da sollte man doch meinen, dass der Körper kein zusätzliches Detox-Programm benötigt, das von aussen kommt. Aber das ist heute leider nicht mehr der Fall. Gehen wir alle genannten Organe einmal durch, stellen wir fest, dass sie mit unserer heutigen Lebensweise viel zu stark belastet sind. Während die Organe mit alten Giften beschäftigt sind, kommen direkt neue nach und werden in eine Warteschlange gestellt. Aus der Verzweiflung des Körpers heraus, werden dann die Giftstoffe immer weiter eingelagert, in der Hoffnung, wenigstens mit den neuen Giften klar zu kommen. Welche Gifte sind es denn eigentlich? 

WELCHEN GIFTEN SETZEN WIR UNS AUS?

Klar ist, dass wir eben nicht mehr in einer naturbelassenen Umwelt leben. Wir sind umgeben von Giften, wie Abgasen, Schwermetallen, Stickstoffdioxid, Feinstaub und Ozon. Wir haben Bewegungsmangel und einen stressigen Alltag. Und eine wichtige große Baustelle ist unsere Ernährung. 

Der größte Teil von uns in der westlichen Gesellschaft ernährt sich nicht mehr natürlich. Dies rührt einerseits aus einem gestressten Leben (=Gift), das uns dazu verleitet zu einfachen Gerichten und verarbeiteten Lebensmitteln zu greifen, die meist in irgendeiner Weise bereits (vor)verarbeitet sind. Andererseits rührt das aus dem Angebot selbst und dem Mangel an Informationen. Klar ist, dass sich jeder von uns selbst informieren muss, aber die Industrie ist dabei alles andere als hilfreich. Viel mehr versucht sie Klarheit zu verhindern (z.B. durch die Ablehung einer Zuckerampel auf Lebensmitteln). Und dann kommt noch der konventionelle Anbau sowie die konventionelle Tierhaltung. 

Wenn es um unsere inneren Organe geht, gehen wir davon aus, dass sie funktionieren. Wir sehen den „Dreck“ und den Schaden, der dort angerichtet wird, erst relativ spät, wenn er sich bereits auf unserer Haut bemerkbar macht oder an unserer Gesundheit und Verfassung – und das auch erst mit den Jahren. Wenn wir hier und da ein Weh-Wehchen bekommen, es hier und da mal zwickt oder wir einfach nicht mehr so leistungsfähig sind.

WAS ALSO SOLLTEN WIR TUN?

Die Frage danach, ob man denn überhaupt etwas für die inneren Organe machen sollte (sie reinigen und pflegen), wird von manchen mit dem Alter beantwortet: so lange man jung ist, muss man doch nichts machen. Und in gewisser Weise stimmt das auch. Und in gewisser Weise stimmt es auch, dass Reinigungskuren wie die Leberreinigung, nicht natürlich sind. Aber wie ich aufgezeigt habe, ist unsere Lebensweise alles andere als natürlich. Wir leben nicht mal mehr nach unserer inneren Zeituhr. Wir sind komplett durch das Außen gesteuert. 

Wir könnten uns vornehmen, uns nicht mehr so vielen Giften auszusetzen, was aber schwierig wird, wenn man bedenkt, dass das meiste, was uns umgibt, unbemerkt bleibt. So merken wir nicht, wie viele Schadstoffe wir einatmen. Es ist uns nicht bewusst, welcher Wasserqualität wir ausgesetzt sind, wie die vermeintlich natürlichen Lebensmittel wie Obst und Gemüse mit Chemie bearbeitet sind und welchen Nährstoffgehalt sie tatsächlich haben. 

Daher ist es sinnvoll sich nicht nur dahingehend zu sensibilisieren, sondern hier und da seiner Gesundheit zu helfen. Sie zu unterstützen. Rechtzeitig, vorbeugend. 

WELCHE MASSNAHMEN KANN MAN ERGREIFEN? WELCHE SOLLTE MAN ERGREIFEN?

Natürlich sollte man das gesamte Leben umkrempeln, nur noch Bio essen, komplett auf Naturkosmetik umsteigen und ein Öko werden. Das mache ich (noch) nicht und auch meinen (stressigen) Job kann ich so ohne weiteres nicht aufgeben. Ausserdem ist es eine Geschmackssache und hoch individuell, welchen Lebensstil man annehmen möchte. Es gibt nicht die eine richtige Lebensweise für alle. Wenn man aber etwas für sich tun möchte oder Lust auf eine körperliche und gesundheitliche Erkundungstour hat, kann man hier und da paar Maßnahmen in sein Leben einbauen und schauen, worauf der Körper merklich positiv reagiert und wo er keinen Gewinn vermerkt.

Jeder Mensch geht aufgrund seiner biologischen Ausstattung unterschiedlich mit diversen Einflüssen um. Daher sollte jeder auf sein Bauchgefühl hören und experimentieren. 

Viele Krankheiten lassen sich auf unsere Ernährung zurückführen, weshalb ich hier den Schwerpunkt auf unsere Entgiftungsorgane legen möchte. 

Schön wäre es, wenn wir auf die Klassiker verzichten: industrieller Zucker, Kaffee, Fertigprodukte. Wenn man dies bereits macht, ist es schon ein guter Schritt! Möchte man aber noch mehr machen, möchte man seine Warteschlange aus Giften abbauen, so bedarf es einiger Kuren: 

  • eine Leberreinigung (dauert bloß ein Wochenende)
  • eine Darmreinigung (dauert nach Lust und Bedarf 4-12 Wochen)
  • eine Lymphreinigung
  • eine Entsäuerung oder Entschlackung (dauert nach Lust und Bedarf 4-12 Wochen)

Auf diese Reinigungskuren werde ich in den nächsten Wochen einen eigenen Beitrag erstellen, der mehr Hintergrundinformationen dazu gibt. Auch werde ich zeigen, wie man sie durchführt und welche Benefits man erwarten kann. 

Neben diesen Sanierungen kann man den eigenen Körper natürlich auch mit weniger Aufwand unterstützen, indem man den klassischen Ratschlägen folgt:

  • täglich ausreichend Wasser trinken
  • morgens als aller erstes ein Glas warmes Wasser trinken oder für manche auch besser ein Glas warmes Wasser mit 1-2 EL Apfelessig und evtl. etwas Honig zum süßen (besser ohne)
  • die nächtliche Fastenzeit verlängern (bspw. zwischen 19 und 7 Uhr nichts essen)
  • hat man mal an einem Tag stark säurebildend gegessen, am nächsten Tag dem Körper die nötigen Nährstoffe durch eine basenreiche Kost zurückgeben (zumindest mit einem basischen Frühstück)
  • ist man sportlich sehr aktiv und trinkt gerne Proteinshakes, so wäre auch hier hilfreich einen basischen zu wählen, da die Muskeln beim Sport übersäuern
Natürlich gibt es noch weitere Maßnahmen, die man ausprobieren kann. Je nach dem, ob mehr die Psyche im Vordergrund steht oder eher das körperliche Wohlbefinden, wobei beide eng mit einander verwoben sind. 


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